Transferfolien - so einfach geht individuelles Design
- 2. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Gestalten mit Transferfolien bedeutet unmittelbare Schönheit auf praktisch jeder Oberfläche. Ihre Anwendung ist wirklich einfach und das Ergebnis immer umwerfend! Hier ein paar Tipps rund um die Anwendung von Transfers:
Unterschiede bei Transferfolien
So weit ich das einschätzen kann, gibt es nur eine recht überschaubare Anzahl an Anbietern, die wirklich gute großformatige Transfers herstellen: ReDesign with Prima, Hokus Pokus, IOD, Amatxi.
Die Motive bedienen jeden Geschmack: Geometrisch, monochrom, Vintagedesigns, leuchtende Metallic-Motive (gold, silber, kupfer), Boho-Chick, Tribal-Motive, Tropical-Feeling, Pflanzen- & Tiermotive aller Art, Farmhaus-Look, Schriften, Zifferblätter, Motive fürs Kinderzimmer, Fliesenmotive, Französischer Landhausstil, Blumen in den schönsten Farben und Ausführungen, Borten und so viele verzaubernde Varianten davon.
Decor Transfers oder Rub-Ons: Der Marktführer bei diesen Transfers ist ReDesign with Prima. Bei diesen Transferfolien entfernst Du die weiße Schutzfolie an der Rückseite, platzierst das Motiv und rubbelst es von der transparenten Trägerfolie auf Deine Oberfläche.
Metallictransfers (meist gold, aber auch in silber und kupfer): Funktionieren wie "normale" Decor Transfers, aber da das Motiv auf eine Metallicfolie geätzt ist, rubbelst Du nur das wunderschön glänzende Motiv ab. Der wesentliche Unterschied ist, dass die Trägerfolie nicht transparent ist.
H2O-Transfers oder Wasserschiebefolien: Das Ergebnis ist genauso perfekt wie bei Decor Transfers, aber die Anwendung ist komplett anders. Das Prinzip ist, die Oberfläche etwas anzufeuchten, das Transfermotiv verkehrt rum aufzulegen und die Rückseite des Motiv zu befeuchten, um die das Trägerpapier abzuziehen.
Paint Inlays: Im Grunde sind das auch H2O-Transfers, aber sie werden direkt in die nasse Farbe gelegt. Das funktioniert am besten mit Kreidefarben, da sie nicht so schnell trocknen und etwas dicker aufgetragen werden im Gegensatz zu Acrylfarben. Die Vorgehensweise ist den Wasserschiebefolie sehr ähnlich. Bei diesen Transfers ist IOD unschlagbar. Die Designauswahl nicht sehr umfangreich und sie liegen im höheren Preissegment. Ich biete bislang keine Paint Inlays an.
Geeignete Oberflächen:
Holz - nicht geölt oder gewachst, mit wasserbasierten Farben gestrichene Oberflächen, Glas, Keramik, Kunststoff, Leder, Kunststoffe, Steingut, Thermofolien oder Laminate
Was Du beachten solltest, wenn Du Dir eine Transferfolie aussuchst:
Im Grunde ist es egal, ob es ein Decor Transfer, ein H2O-Transfer oder ein Paint-Inlay ist! Die Frage ist, welches Motiv Du liebst, aber auch wie groß Dein Projekt ist. Beachte einfach die Größenangaben bei Deinem gewählten Transfer.
Die Größen gehen von 1x A4 über 3x15x30 cm oder 2x30x30cm zu den größeren Transfers 60x90cm bis hin zu XXL-Varianten. Diese Größenangaben sind relevant, wenn Du Komplettmotive übertragen möchtest bzw. um zu entscheiden, wie viele Transfers Du für ein größeres Projekt brauchst. Du kannst die Motive aber auch so zuschneidest, wie sie für Dich passen und miteinander oder anderen Transfers kombinieren.
Beispiel für Anwendungsmöglichkeit eines Komplettmotivs:
Selbstverständlich kannst Du mit den Transfers auch kleinere Projekte verzaubern. Wenn Dir einzelne Motive übrig bleiben, kombiniere sie für ein hübsches Wohnaccessoire:
So überträgst Du Rub-On Decor Transfers
WICHTIGER HINWEIS: Solltest Du eine aufgerollte Transferfolie im sogenannten Tube gekauft haben, achte beim Aufrollen der einzelnen Folien unbedingt darauf, dass sich die weiße Schutzfolie nicht ablöst. Da nur die Motive kleben, kann es passieren, dass sich die Schutzfolie teilweise ablöst und die Motive beschädigt werden. Ich fixiere nach dem Aufrollen die Schutzfolie am Rand mit einem Klebeband, um in Ruhe entscheiden zu können, ob bzw wie ich es schneiden möchte.
Überlege Dir in welcher Reihenfolge Du die Dekore anbringen möchtest. Du kannst über oder unter die Transfermotive auch noch Stempel- oder Schablonenmotive - ebenfalls mit wasserbasierten Farben - ergänzen. Bedenke bei der Reihenfolge, dass ein aufgerubbeltes Transfer fix sitzt - außer Du schleifst es weg.
Stelle sicher, dass die Oberfläche sauber, fettfrei und trocken ist. Transfers haften nicht auf ölbasierten Produkten, wie Holzölen, Beizen, Wachs etc. Wenn Du das Möbel gestrichen hast, gib der Farbe etwas Zeit zu trocknen, damit Du sie beim Aufrubbeln nicht beschädigst. Bei FUSION MINERAL PAINTs kannst Du in der Regel sofort loslegen, wenn sie oberflächentrocken sind.
Beim Übertrag von größeren Motiven ist es ratsam, vorerst nur einen Teil der weißen Schutzfolie abzuziehen, das Motiv schrittweise zu übertragen. Denn wenn das Motiv erstmal auf der Oberfläche haftet, kannst Du sie nicht mehr abziehen. Oder Du schneidest das Transfer in kleinere Abschnitte und fügst das Motiv zusammen. ReDesign ändert gerade schrittweise die Verpackung vom Tube (Rolle) hin zu 4 - 6 zugeschnittenen Folien. Wenn Du etwas Übung hast, betrifft Dich dieser Hinweis nicht mehr.
Reibe mit dem beigelegten Holzspatel oder einem Transfertool über die Motive. Wenn sich die transparente Träger- bzw. Metallicfolie ohne Widerstand abziehen lässt, ist das Motiv übertragen. Probiere es immer mal wieder - Schritt für Schritt - aus. Manche Stellen gehen ganz leicht zu übertragen und manchmal musst Du etwas länger rubbeln. Du kannst verschiedenen Motive auch übereinander rubbeln, um zB keine Lücken im Design zu haben.
TIPP: Sollten an manchen Stellen noch Glanzränder sein, leg ein Stück der transparenten Trägerfolie nochmal auf und rubble nochmal darüber. In der Regel verschwinden dann die Ränder.
Beispiel Goldtransfers:
So überträgst Du H2O Transfers
Wie oben bereits erwähnt, werden diese Transfers mit Hilfe von Wasser übertragen. Ich muss sagen, beim ersten Versuch hat es nicht gleich perfekt geklappt. Aber sobald man es im Gefühl hat, sind auch diese Transfers überhaupt kein Problem.
Befeuchte die Oberfläche - zieh die transparente Schutzfolie vom Transfer ab (das ist hier genau umgekehrt zu den Rub-On Decor Transfers) - lege die Seite mit den färbigen Motiven auf die Oberfläche und befeuchte das Trägerpapier.
Teste auch hier, ob sich das Trägerpapier schon abziehen lässt, ansonsten tupfe weiter. Wenn einzelne Motive nicht ganz perfekt übertragen sind, kannst Du mit den Fingern noch etwas korrigieren - siehe Video:
Versiegeln von Transfers
Übertragene Transfermotive sind nur mäßig belastbar. Sie lassen sich recht einfach runterkratzen, deshalb solltest Du sie auf Oberflächen, die Du stärker belastest, versiegeln. Viele Möbelflipper versiegeln Transfermotive auf Möbelfronten, die im Grunde ab und zu mal nebelfeucht abgewischt werden, nicht. Aber auf Serviertabletts, Sessel oder Deckplatten etc. ist eine Versiegelung ratsam. Dazu kannst Du eine wasserbasierte Versiegelung, wie FUSION Tough Coat bzw. Polyvine Decorators Varnish oder Möbelwachs wie FUSION Furniture Wax clear verwenden. Die Strahlkraft Deines schönen Motivs bleibt Dir erhalten.
Solltest Du ein Outdoor-Möbel mit Transfers verschönern wollen, musst Du versiegeln. Achte jedoch darauf, dass das Möbel nicht dauerhafter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, da die Transfers nicht UV-beständig sind - sie bleichen aus. Da hilft auch keine UV-beständige Versiegelung, denn das bedeutet "nur", dass die Versiegelung selbst nicht vergilbt, aber die UV-Strahlen nicht blockt.
Aufbewahrung von Transferfolien

Sie sollten nicht allzu großen Temperaturschwankungen - insbesondere hohen Temperaturen - ausgesetzt werden.
Schneide die Motive so, dass Du sie flach in einem Plastiksackerl oder -hülle aufbewahren kannst. Fixiere bei allen Motiven die Schutzfolie mit einem Streiferl Klebeband, damit sich die weiße Folie nicht leicht vom Motiv trennt. Vermeide es, schwere Gegenstände auf die Folien zu stellen.
Und zu guter Letzt - sie haben ein Ablaufdatum: Nach ein paar Jahren lässt der Kleber einfach nach und es wird auch schwieriger, sie ohne Glanzränder zu übertragen.
VIEL VERGNÜGEN BEIM GESTALTEN DEINES GANZ INDIVIDUELLEN DESIGNS



























