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Paint Wash - Naturholz mit dem gewissen Etwas

Wenn man die Beiträge der kreativen Furniture-Flipper verfolgt, ist nicht zu übersehen, dass sich einigen Monaten ein Trend durchsetzt - zurück zur Naturholzoptik, aber mit dem gewissen Etwas. Ich möchte Dir ein paar Techniken zeigen, wie Du Orangetöne neutralisierst, geschliffenen Holzoberflächen eine Farbtönung verleihst.


Paint Wash auf Naturholz


Egal, ob Du ein gestrichenes Möbel oder ein oberflächenbehandeltest Naturholzmöbel zu einem frischen, interessanten Naturholz-Look zurückbringen möchtest, das ist möglich. Fast alle alten Möbel sind in irgendeiner Form oberflächenbehandelt: Lackiert, geölt, gebeizt oder bei ziemlich alten Teilen mit Schellack versiegelt. Zudem waren noch vor 40 Jahren dunkle Holzmöbel und ab den 1990er Jahren "orange" Holztöne wirklich angesagt. Der Geschmack hat sich verändert. Mit Paint Wash oder Tan Wash kannst Du die Optik absolut interessant verändern. Dennoch solltest Du bei diesem Vorhaben ein paar Gegebenheiten beachten.



Vorbereitung:


Der erste Schritt ist IMMER: Gründlich reinigen. Egal ob furniertes, lackiertes oder gebeiztes Vollholz - reinige immer bevor Du zu schaben oder zu schleifen beginnst, um den Schmutz nicht ungewollt ins Holz einzuarbeiten.


Leider ist es gar nicht mehr so gängig, ein echtes Vollholzmöbel in die Werkstatt zu bekommen, bei dem man sich mal keine Gedanken machen muss, ob die Schleifmaschine das Furnier zerstört. Aber keine Angst, Du kannst natürlich auch furnierte Möbel mit Paint-Wash verändern.


Furnierte Möbel erkennst Du daran, dass die Maserung des Holzes auf dem gesamten Möbel unterschiedlich verläuft. Du kannst es auch häufig ertasten, da häuftig die Unterseite von Deckplatten nicht furniert ist. Üblicherweise ist das Furnier - also die dünne Echtholzschicht dick genug, um die Oberflächenbeschichtung abzutragen. Entweder schabst Du die vorhandene Lackschicht mit einem Farbschaber ab und schleifst in mehreren Durchgängen mit unterschiedlicher Körnung die Reste ab. Starte mit einer 120er Körnung und wenn nötig, geh noch mal mit einer 180er oder 200er Körnung drüber. Lass die Maschine arbeiten, übe nicht zu viel Druck aus, denn wenn das Furnier durchgeschliffen ist, musst Du es leider reparieren. Das geht mit Zwei-Komponenten-Spachtelmasse ganz gut. Vermeide es, einen Paint-Wash auf durchgeschliffenen Furnieren zu probieren. Die Fasern der Spanplatten saugen sich voll und stellen sich auf - das wird nicht gut aussehen.


Lackierte Vollholzmöbel sind im Vergleich eher unkompliziert: Farbe, Glanzlacke abschaben, schleifen bis Du eine ziemlich homogen wirkende Oberfläche hast. Bitte bedenke beim Schleifen, dass Dein Schleifpad nicht feiner als eine 240er Körnung haben sollte, da der feine Schleifstaub die Holzporen verschließt und dadurch der Paint-Wash nicht gut "versickern" kann.


Geölte, gewachste oder gebeizte Oberflächen musst Du erstmal gründlich mit Terpentinersatz, Waschbenzin oder anderen Lösungsmitteln reinigen. Wasche die gelöste Altversieglung mit dem verdünnten Kraftreiniger von FUSION - TSP Alternative ab. Hast Du das Gefühl, dass sich noch eine ölbasierte Versiegelung in den Holzporen befindet, schleife die Oberfläche. Wasserbasierte Farben - zudem verdünnt - werden auf fettigen Untergründen nicht haften.


Um Altlacke zu entfernen, bietet sich bei eher großen Flächen das Abbeizen an. Manche Stücke haben dicke, manchmal mehrere Lackschichten drauf - da kannst Du mit Abbeizen viel Muskelkraft sparen. Dafür gibt den umweltfreundlichen Abbeizer "Fluxaf Green" im Shop. Um das Lösen des Lacks zu beschleunigen, wickle die mit dem Abbeizer bestrichene Fläche mit Frischhaltefolie ein. Dennoch kann es sein, dass Du mehrere Durchgänge brauchst - das ist abhängig von der Dicke und der Qualität des Altlacks. Kleiner Hinweis: Auch wenn der Abbeizer umweltfreundlich ist und Dir beim Arbeiten nicht schadet, trage bei alten Möbeln eine Maske und entsorge den abgelösten Lack als Sondermüll. Es wurden noch vor 40 Jahren auch bei uns Farben mit Bleizusatz verwendet.



Wenn Du eine homogen wirkende, von alten Beschichtungen befreite Oberfläche erreicht hast, überlege welche Optik Du erzielen möchtest. Um zu sehen, wie das Holz ohne Manipulation mit Paint-Wash, aber quasi gesund gepflegt aussehen würde, wische mit einem feuchten Tuch darüber. Das gibt Dir einen Eindruck davon, welche Grundtöne das Holz hat. Das macht es Dir leichter zu entscheiden, welche weiteren Schritte Du setzten sollst.


Weitere Hinweise zur Vorbereitung:

Durchblutende Hölzer, wie Mahagoni, Fichte, Eiche etc. sollten vor einem Paint-Wash mit einem durchsichtigen Stainblocker grundiert werden. Die verdünnte Farbe kann die Tannine im Holz aktivieren und zu unschönen Flecken führen. Hier kommt es immer drauf an, wie lange das Holz schon getrocknet ist. Teste den Paint-Wash an der Unterseite des Möbels und warte ein oder zwei Tage, um zu sehen, ob das Holz noch Tannine abgibt.

Wenn Du Löcher, Risse etc mit Spachtelmasse ausbessern musst, denke daran, dass ein Paint-Wash diese Ausbesserungen nicht verschwinden lässt. Hier gibt es zwei gute Tipps: Entweder mischt Du Schleifstaub mit Holzleim und verwendest das Gemisch als Füllmaterial - so erhältst Du den gleichen Holzton. Wenn Du Füllspachtel verwendest, sollte die Grundfarbe zum Holz passen und Du kannst mit einem scharfen Tapezierermesser die Holzmaserung ritzend nachahmen.

Hast Du richtig hartnäckige Wasserflecken, die Du einfach nicht wegschleifen kannst, werden die auch durch einen Paint-Wash nicht verschwinden. Aber Du kannst versuchen, sie mit weißer Zahnpasta (kein Gel) und einer Zahnbürste in kreisenden Bewegungen fast verschwinden zu lassen - für diese Technik gebe ich keine Garantie, hab sie aber in vielen Beiträgen schon sehr oft als heißen Tipp gesehen.

Sehr dunkle Hölzer kannst Du mit Holzbleiche aus dem Baumarkt vorbehandeln oder es auf die natürliche Art probieren - Natron und Essig in Wasser lösen und das Holz damit behandeln. Riecht ziemlich streng, ist aber total natürlich. Wasche die Lösung gründlich weg, lass die Oberfläche wirklich gut trocknen bevor Du den Paint-Wash machst.



WELCHER PAINT-WASH?


Grundsätzlich wird beim Paint-Wash die Farbe mit Wasser mehr oder weniger starkt verdünnt, damit sie nicht volldeckend ist. Die Mischverhältnisse bei FUSION MINERAL PAINT variieren von 1:3 bis 1:10. Ich würde immer erst mit einer stärkeren Verdünnung - als 1 Teil Farbe und bis zu 10 Teile Wasser beginnen, denn nachfärben kannst Du immer noch. Rühre die Mischung sehr gut um. Die völlig natürlichen FUSION Milk Paints eignen sich ebenfalls hervorragend für einen Paint-Wash. Da man das Pulver sowieso erst mit Wasser anmischen muss, kann man die Deckkraft perfekt steuern. Mische das Pulver nicht 1:1, um die volle Deckkraft zu erreichen, sondern eher im Verhältnis 1:5.


Trage die verdünnte Farbe in Richtung der Holzmaserung auf und wische sie mit einem fusselfreien Tuch gleich wieder ab. Lass den Wash trocknen, um einschätzen zu können, wie es am Ende aussehen wird. Wiederhole den Vorgang, wenn Du den gewünschten Effekt noch nicht erreicht hast. Oberflächen, die mit einem Paint-Wash veredelt wurden, müssen versiegelt werden, da durch das Verdünnen der Farbe ihre Eigenschaften abgeschwächt werden. Milchfarben müssen sowieso immer versiegelt werden, da sie wasserlöslich bleiben.


Farbwahl für einen Paint-Wash:


Sehr orange Hölzer solltest Du mit einem Durchgang Paint-Wash in einem Grünton vorbehandeln. Du siehst, wie orange das geschliffene Holz wirkt, wenn Du es einfach mal mit einem feuchten Lappen abwischt. Ein Wash mit FUSION Bedford oder Lichen neutralisiert die orange Grundfarbe. Nach dem Trocknen kannst Du dann einen helleren Wash darüber setzen.


Beispiele für Paint-Wash mit FUSION MINERAL PAINTs:


FUSION Algonquin im Verhältnis 1:2: Schau Dir HIER an, wie Kim das genau gemacht hat. Algonquin ist die beliebtest Farbe für einen Paint-Wash, weil es Orangetöne schon gut kaschiert. Wie Du auf den Bildern sehen kannst, kommen beim Verdünnen der Farbe die leicht rosa Untertöne hervor.



FUSION CASEMENT im Verhältnis 1:3 von @annoushdesigns



FUSION HAZELWOOD Grey-Wash im Verhältnis 1:7: Schau Dir HIER an, wie @olyaupcycle das gemacht hat. An diesem Beispiel sieht man sehr gut, wie Paint-Wash auf unterschiedlichen Hölzern wirkt. Die Tischplatte scheint aus 2 Holzarten zu bestehen. Hazelwood ist eine gute Wahl, weil es ein warmes Grau mit braunen Untertönen ist.



FUSION Coal Black -Wash im Verhältnis 1:8. Vilma von @renovelleasenseofrenewal tönt das sehr helle Holz total unkompliziert mit Coal Black, um das tolle Transfer richtig zur Geltung kommen kann. HIER siehst Du wie es sie es gemacht hat.



Paint-Wash mit 3 Farben: Kim von @duly_restored, ein wahre Expertin zum Thema Paint-Wash zeigt hier eine Technik, die ich in den Blog aufnehmen musste, auch wenn sie hier den letzten Schliff nicht mit einem FUSION Produkt gesetzt hat. Du erreichst den gleichen Effekt, wenn Du als letzten Schritt FUSION Clear Glaze mit etwas Chocolate mischt. Sie hat nach der Versiegelung der "Farbwäschen" mit verdünntem Bedford und Algonquin einen Auftrag mit einem pigmentierten Glaze gemacht. Die Versiegelung mit FUSION Tough Coat solltest Du auch vor dem Schattieren mit dem getönten Glaze machen - damit Du den vorigen Wash nicht reaktivierst und so die Farben verwischt. Das Ergebnis ist wirklich unaufdringlich elegant geworden und wirkt total natürlich. Die unauffälligsten Veränderungen machen oft die meiste Arbeit - HIER siehst Du, wie sie es gemacht hat.



Die Alternative: Beizen statt Paint-Wash


Die gängige Methode um Naturholz zu tönen bzw. zu einzufärben, ist beizen. Dafür gibt's von FUSION wirklich tolle Beizen - die sogenannten "Stain & Finishing Oils". Diese Beizen, die gleichzeitig perfekt versiegeln, gibt's in fünf Varianten - von weiß für einen gekalkten Effekt bis zum sehr dunklen "ebony" und natürlich in farblos. Diese Beizen kannst Du untereinander mischen, um die Tönung Deiner Wahl zu erreichen. Probiere aber die Tönung vorher aus, denn getrocknet sieht die Farbe anders aus. Besonders beliebt sind die SFOs in weiß, driftwood (Altholz) und cappuccino. Die Anwendung ist einfach und Du hast in der Hand, wie intensiv die Tönung ausfällt: Auftragen und abwischen. Je länger die Beize einwirkt, umso stärker pigmentiert sie das Naturholz. Verdünnst Du eine getönte Beize mit der farblosen Version, minderst Du die Pigmentierung behältst aber die tolle Eigenschaften der Beize bei - perfekte Versiegelung und ein belebter Schimmer auf dem Naturholz. Der Vorteil von Paint-Wash zum Beizen ist, dass Du jederzeit wieder darüber streichen kannst, dafür musst Du aber unbedingt zusätzlich versiegeln. Die Beizen sind ölbasiert, worauf keine wasserbasierte Farbe haften wird.




Holzoptik auf lackieren oder nicht schleifbaren Oberflächen


Das ist in den letzten Wochen eins der meist gefragten Anliegen. Hier gibt es einige Möglichkeiten und Ideen - der Beitrag ist in Arbeit....


"Back to Nature" - aber doch nicht ganz: Das ist Paint-Wash auf Naturholzoberflächen.


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